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Preisverleihung 2019

Die Köhler-Stiftung im Stifterverband spricht den Hans-Kilian-Preis 2019 dem indischen Psychologen, Psychoanalytiker und Mitbegründer der Postkolonialen Theorie Ashis Nandy zu

Mit der Vergabe des Hans-Kilian-Preises 2019 an Ashis Nandy, den international renommierten Psychologen, Psychoanalytiker, Soziologen und Mitbegründer der Postcolonial Studies, würdigt das Preiskollegium der Köhler-Stiftung ein wissenschaftliches Lebenswerk, in dem vielfältige Felder sozial- und kulturwissenschaftlicher Forschung kreativ und interdisziplinär bearbeitet werden. Besondere Beachtung verdient dabei Ashis Nandys Bemühung, genuin westliche Theorietraditionen wie die Psychoanalyse an einen nicht-westlichen Kontext so anzupassen, dass fruchtbare Analysen einer nichtwestlichen Gesellschaft und ihrer nachwirkenden Kolonialerfahrungen möglich werden. Darüber hinaus würdigt die Köhler-Stiftung das Wirken des Preisträgers als eines weltweit gehörten, öffentlichen und mitunter durchaus streitbaren Intellektuellen, der es immer wieder vermag, mit seiner wissenschaftlichen Arbeit und Kritik auch nachhaltige politische Debatten anzuregen  ̶  ganz im Geiste von Hans Kilian, nach dem der Preis benannt ist.

Ashis Nandys akademische Karriere ist eng mit dem Centre for the Study of Developing Societies (CSDS) in New Delhi verbunden, dem er von 1992 bis 1997 als Direktor vorstand und noch heute als Senior Honorary Fellow angehört. Die internationale Reichweite seiner Arbeit zeigt sich u.a. in Fellowships an verschiedenen Universitäten in den USA, Großbritannien und Deutschland sowie der Übernahme des ersten UNESCO-Lehrstuhls am Zentrum für europäische Studien der Universität Trier im Jahr 1994. Der japanische Fukuoka-Preis für Verdienste um die asiatische Kultur wurde ihm 2007 verliehen; ein Jahr später zählte ihn das Magazin Foreign Affairs zu den 100 weltweit wichtigsten öffentlichen Intellektuellen.

Preisverleihung

Der mit 80.000 Euro dotierte Preis wird alle zwei Jahre vergeben. Benannt ist er nach Hans Kilian (1921-2008), der als Ordinarius für Sozialpsychologie und angewandte Psychoanalyse an der Universität Kassel lehrte. In seiner Arbeit legte er Grundlagen für eine interdisziplinäre Analyse der soziokulturellen und psychischen Evolution des Menschen. Die Gesellschaften der postmodernen globalisierten Welt sah er vor die Aufgabe gestellt, Entwicklungsanforderungen zu meistern, die für eine weltweite, möglichst von Toleranz und wechselseitiger Anerkennung geprägte Praxis interkultureller Kommunikation kennzeichnend sind.

Die Koordination der Preisausschreibung, der PreisträgerInnenauswahl und der Preisvergabe des Hans-Kilian-Preises obliegt dem Kilian-Köhler-Centrum (KKC), das auf Initiative der Köhler-Stiftung im August 2014 an der Ruhr-Universität Bochum eingerichtet wurde und unter der Leitung von Dr. Pradeep Chakkarath und Prof. Dr. Jürgen Straub steht. Das KKC übernimmt die Koordinationsaufgaben in Zusammenarbeit mit der Köhler-Stiftung und dem jeweiligen Preiskollegium.

 

Öffentliche Preisverleihung

Die Preisverleihung ist öffentlich und wird am
Donnerstag, 9. Mai 2019, um 16:00 Uhr
im Veranstaltungszentrum (Saal 2b)
der Ruhr-Universität Bochum stattfinden.

Adresse:
Universitätsstraße 150
44801 Bochum

Interessierte sind zur Teilnahme eingeladen;
eine Anmeldung über E-Mail ist jedoch erforderlich:
hans-kilian-preis@rub.de

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Hans Kilian Award 2019